Paragon insolvent - Artega nicht betroffen

ajzahn
Re: Paragon insolvent - Artega nicht betroffen

Beitrag von ajzahn » Do 25. Feb 2010, 11:15

"Paragon hat gute Perspektiven"

Gläubiger stützen Sanierungskurs

VON ANDREA FRÜHAUF

Delbrück. Die Gläubiger des insolventen Autozulieferers Paragon unterstützen den Sanierungskurs des Insolvenzverwalters Frank Kebekus. In einer ersten Gläubigerversammlung - darunter auch Lieferanten - gaben sie mehreren Anträgen die Zustimmung, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. "Paragon hat gute Perspektiven für die Zukunft. Die wichtigen Kunden aus der Automobilindustrie haben ein klares Bekenntnis zum Unternehmen abgegeben", betonte Kebekus.

Seit der Einleitung des Insolvenzverfahrens durch den Vorstand am 5. Oktober 2009 habe Paragon durchweg positive Ergebnisse erzielt, teilte das börsennotierte Unternehmen in Delbrück mit. Das vierte Quartal 2009 sei umsatz- und ertragsmäßig das beste Quartal im vergangenen Jahr gewesen. Auch im ersten Quartal 2010 halte die positive Geschäftsentwicklung an.

In der nicht-öffentlichen Sitzung, die "in guter Atmosphäre" verlaufen sei, erläuterte der Insolvenzverwalter den Gläubigern das Verfahren. Die Liquidierung des Unternehmens ist nicht geplant. Es ist derzeit offen, ob die Paragon AG durch einen Insolvenzplan oder eine Veräußerung gerettet werden soll. Diese Entscheidung steht laut dem Insolvenzgericht Paderborn noch an.

Das Gericht wird auch den Inhabern von Genussrechten mitteilen, wann sie ihre Ansprüche anmelden können. Sie werden allerdings als nachrangige Gläubiger behandelt und erst bedient, wenn nach Befriedigung aller anderen Gläubiger noch etwas von der Insolvenzmasse übrig ist. Es gilt der Grundsatz: "Eigenkapital haftet, Fremdkapital nicht." Genussrechte ("Hybridkapital") haben eigenrechtliche Eigenschaften. Für die Aktionäre ändert sich derzeit nichts. Seit Januar hat sich der massiv gefallene Aktienkurs wieder erholt.
( Neue Westfälische vom 23.2.2010)

ajzahn

Re: Paragon insolvent - Artega nicht betroffen

Beitrag von ajzahn » Sa 6. Mär 2010, 08:26

Paragon, oder: Warum Sie als Aktionär zwischen den Zeilen lesen sollten!?

Anleger dürften sich bei Paragon an das Bonmot vom Mann, der aus dem 13. Stock fällt, erinnert fühlen, und der als er am 4. Stock vorbei fliegt, sagt: "Bis jetzt ist ja noch nichts passiert." Liest man die letzten offiziellen Mitteilungen des Automobilzulieferers, könnte man als Aktionär jedenfalls immer meinen, alles sei in bester Ordnung.
Quelle: Armin Brack im Geldanlage-Report vom 20. Februar 2010
Zuletzt geändert von Patrick am Sa 6. Mär 2010, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ursprungsquelle hinzugefügt

ajzahn

Re: Paragon insolvent - Artega nicht betroffen

Beitrag von ajzahn » Sa 17. Apr 2010, 17:00

Paragon-Gläubiger erhalten 12,7 Prozent
Insolvenzplan des Delbrücker Autozulieferers genehmigt

Der Gründer des Delbrücker Autozuliferers Paragon, Klaus Dieter Frers, bleibt als Vorstandschef an Bord.
Insolvenzplan genehmigt

Delbrück (nw). Der Gründer des insolventen Delbrücker Autozulieferers Paragon, Klaus Dieter Frers, bleibt als Vorstandschef an Bord. Die Gläubiger stimmten in Paderborn dem vorgelegten Insolvenzplan zu.

Die börsennotierte Paragon AG werde mit der bestehenden Eigentums- und Führungsstruktur fortgeführt, teilte das Unternehmen mit. Die anerkannten Forderungen der Gläubiger werden mit einer Quote von rund 12,7 Prozent bedient. Frers: "Wenn wir alle auch harte Einschnitte hinnehmen müssen, so freue ich mich doch, dass wir Paragon weiterführen und viele Arbeitsplätze erhalten können."

Vor allem Banken müssen laut Frers auf einen "erheblichen" Teil ihrer Forderungen verzichten. Im Herbst 2009 war Paragon mit den Geldgebern nicht einig geworden, obwohl nach seinen Angaben eine durchschnittliche Quote von 61 Prozent auf die Bankverbindlichkeiten in Höhe von 46,7 Millionen angeboten worden war. "Wenn die Banken unser Konzept mitgetragen hätten, hätten nicht nur sie ein deutlich besseres Ergebnis erzielt. Dann wären auch die Gläubiger geschont worden", kritisierte Frers.

Während die Genussrechtsinhaber laut der Insolvenzordnung leer ausgehen, bleibe die Paragon-Aktie werthaltig. Zudem könnten 321 Arbeitsplätze an den Standorten Delbrück, Suhl (Thüringen), St. Georgen (Baden-Württemberg) und Nürnberg (Bayern) bestehenbleiben. Schon jetzt suche Paragon in Delbrück und Nürnberg 16 Ingenieure und Kaufleute. Frers: "Seit dem zweiten Quartal 2009 arbeitet Paragon wieder profitabel."
http://www.nw-news.de/owl/regionale_wir ... ozent.html

ajzahn

Re: Paragon insolvent - Artega nicht betroffen

Beitrag von ajzahn » Di 4. Mai 2010, 09:11

Neue Westfälische vom 04.05.2010
Paragon kündigt schwarze Zahlen an

Zulieferer verheißt neue Produkte

Delbrück (fr). Der insolvente Delbrücker Autozulieferer Paragon verkündet bereits vor der Vorlage seiner alten Geschäftszahlen die Ziele für 2010. Vorstandschef Klaus Dieter Frers erwartet in diesem Jahr schwarze Zahlen im operativen Geschäft sowie 58 Millionen Euro Umsatz. Im August sollen endlich die Bilanzen für die Jahre 2008, 2009 und auch für das Rumpfgeschäftsjahr 2010 (Insolvenzzeitraum 1. Januar bis 1. Juni) gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter präsentiert werden.

Die Hauptversammlung solle anschließend innerhalb der Sechs-Wochen-Frist einberufen werden, kündigte Paragon-Sprecher Matthias Hack an. Der Insolvenzverwalter wolle seine Arbeit bis zum 1. Juni beenden. Ab 2011 werde Paragon zum bisherigen Berichtszeitraum (Kalenderjahr) zurückkehren.

Unter dem Motto "Neue Kraft, bewegende Ideen" plant Paragon-Chef Frers bereits die Zeit nach der "bald überwundenen Insolvenz". Künftig werde sich Paragon auf die Rolle "als innovativer Zulieferer" für die Autoindustrie konzentrieren. Neben den bekannten Produkten wollen die Delbrücker zusätzlich elektronische Lösungen für neue Antriebe anbieten. Noch im ersten Halbjahr würden erste Produkte für Hybridfahrzeuge und E-Mobilität vorgestellt. Hack: "Die Produkte sind so gut wie fertig."

Ziel für das Geschäftsjahr 2010 sei ein operativer freier Cashflow in Millionenhöhe. Das um die Kosten (Restrukturierung, Insolvenz) bereinigte operative Ergebnis (Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) werde sich auf 7,5 Millionen Euro belaufen. Trotz außerordentlicher Aufwendungen strebt Frers auch beim Ertrag vor Steuern schwarze Zahlen an.

Wegen des "deutlich gestiegenen Abrufverhaltens" der Autohersteller stelle das börsennotierte Unternehmen bereits wieder Personal in Delbrück (Controlling, Entwicklung) und Nürnberg (Entwicklung, Konstruktion) ein. Von den bundesweit 321 Mitarbeitern arbeiten 56 in Delbrück, 189 in Suhl, 50 in St. Georgen, 26 in Nürnberg.

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