Artega GT Sport Auto Supertest

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Patrick
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Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von Patrick » Do 18. Nov 2010, 21:09

"Konzeptionell bringt der neue deutsche Sportwagen Artega GT alles mit, was die Sportwagen-Zukunft verlangt: einen leistungsfähigen State-of-the-Art-Antrieb aus der Großserie, kompakte Ausmaße, schnittiges Design und – vor allem – Leichtbaugene." So beginnt er - der lang erwartete Supertest der Zeitschrift Sport Auto des Artega GT.

Bild

Der Supertest ist im deutschsprachigen Automobiljournalismus eine feste Institution - er ist für Sportwagen das, was der bekannte Dauertest der Auto Bild für Alltags-PKW ist. Deshalb richten sich nun alle Augen auf den Test des Artega GT. Um das Wichtigste vorweg zu nehmen: 8.13 min! Kenner wissen nun schon, was gemeint ist - die Rundenzeit auf der legendären Nürburgring Nordschleife. Eine kleine Sensation für die noch junge Automarke aus Ostwestfalen. Der mit Sportreifen neuester Spezifikation besohlte Artega ist damit auf Augenhöhe mit reinrassigen Sportwagen wie einer Dodge Viper SRT-10 und liegt noch vor dem Porsche Cayman S oder auch dem Hubraummonster aus Stuttgart - dem Mercedes SL65 AMG.

Die zweite wichtige Rennstrecke bei einem Supertest ist der kleine Hockenheimring. Hier darf gestaunt werden, schließlich fährt sich der Artega GT mit einer glatten 1.13 min auf das Niveau eines Ferrari F430, Porsche 911 Carrera S und Mercedes SLR McLaren! Die Sportreifen vom Typ Conti ForceContact haben natürlich einen großen Einfluss auf das attestierte neutrale Fahrverhalten bei gleichzeitig höchster Agilität. Abstriche muss mit dieser Bereifung allerdings auf nasser und gleichzeitig kalter Fahrbahn gemacht werden. Die Nasshandling-Wertung wird mit lediglich einem Punkt in der Wertung abgeschlossen.

Insgesamt hinterlässt der Artega einen sehr guten Eindruck und gibt einen Einstand, wie er bis auf das Nasshandling kaum hätte besser ausfallen können. So lobt Chefredakteur von Saurma in seinem Fazit die zwei Seiten der Medaille, welcher ein Artega GT bietet: Auf der einen Seiten imponiert er mit seinen Messwerten, mit welchem er den Respekt der Sportfahrer-Szene sicher hat, auf der anderen Seite glänzt er mit Alltagstauglichkeit.

Der komplette Supertest kann unter diesem Link nachgelesen werden.

Quelle: Sport Auto

ajzahn

Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von ajzahn » Fr 19. Nov 2010, 09:27

auch hier muss man zwischen den Zeilen lessen:
Wenn schließlich über zwei Jahre Stillstand zwischen der Präsentation der Marke und der nun beginnenden Marktpräsenz liegen, dann gerät eine ehedem hoffnungsvoll gestartete Sportwagen-Initiative leichter in Vergessenheit als der letztjährge Gewinner des European Song Contest.
Zwischen der Vorstellung des Artegat GT 2007 in Genf 2007 und der Auslieferung der ersten serienfertigen Fahrzeuge im Sommer sind sogar mehr als 3 Jahre vergangen, dies scheint man in Delbrück und Stuttgart gerne zu vergessen.
Das im Supertest-Modell erstmalig exklusiv verbaute Sportfahrwerk ... eine Investition von 1600 Euro extra....


... zeigt wieder den Sonderstatus, den der Tetswagen abweichend von der bisherigen Serienaustattung erhalten hat. Schon zuvor wurden Rundenzeiten auf dem Hockenheimring mit einer leistungsgsteigerten Version erzielt, klar, in Delbrück möchte man die Konkurrenz in Form des Porsche Caman S, Audi TT RS und Lotus Evora um jeden Preis schlagen.
Einzig die scheinbar von einer gedopten Servopumpe unter Druck gesetzte Lenkung wirkt in ihrer Leichtigkeit weiterhin deutlich zu bemüht. Der zu dünn geratene Lenkradkranz könnte gar den Eindruck erwecken, man habe der femininen Seite das Artega GT auf diese Art doch etwas mehr Gewicht verleihen wollen.


... passt aber so gar nicht zu einem Sportwagen.
Doch kein Licht ohne Schatten: .... Die Intrumentierung im ausreichend groß geschnittenen Cockoit ist zwar originell, bleibt in Form und Übersichtlichkeit aber ein Kompromiss. Das grün eingefärbte, nach unten hin schräg abfallende Display in der Mitelkonsole is tbei Helligkeit so gut wie nicht abzulesen und das Navi im viel zu großem Innenspiegel nur mit einer Lupe zu entziffern.

Die beiden Außenspiegel ... vereiteln wegen ihrer schieren Größe die Sicht nach schräg vorn erheblich. Beim Abbiegen ist deshalb höchste Vorsicht geboten.

Dass der vodere Kofferraumdeckel nur mit energischem Druck geschlossen werden kann und der Rückwärtsgang nicht immer fest arretiert, darf noch als individuelle Schwäche des Testwagens durchgehen - nicht aber das doch etwas hölzern wirkende Innenraumambiente, das der berechtigten Foderung nach Detailarbeit nicht an jeder Stelle nachkommt. Der sogenannte erweiterte Lederumfang (1548 Euro) sollte in jedem Fall auf der Bestellliste angekreuzt werden, um der Haptik ansatzweise jene Wertigkeit beizubringen, die einem 90,000 Euro teurem Sportwagen auch geziemt.
Und schon ist aus einem bisher 80,000 Euro teuren Sprotwagen ein 90,000 Euro teurer Sportwagen geworden, damit ist der Artega GT deutlich teurer als die Konkurrenz von Porsche, Audi oder Lotus, fast schon so teuer aber deutlich weniger exklusiv wie ein in bisher ähnlich geringer Stückzahl gefertigter Melkus RS 2000, viel zu teuer.

Noch ein Detail:
Der leicht geschwungene Heckabschluss erzeugt keine Abtriebswerte ...
bei 200 km/h wird die Hinterachse um 7kg erleichtert, da verspricht das Datenblatt und aerdynamsiche Konzept mit Heckdiffusor anderes und eckt sich mit meiner Erfahrung, jenseits der 200 km/h wird einem Angst und Bang, der Artega GT unheimlich leicht.
Fazit

Nur schnell um den Rennkurs brettern und der Konkurrenz ein Schnippchen schlagen - das ist nur eine Seite der der Medaille. Die andere: Dennoch mit konzeptionellen Zugeständnissen und gepflegten Umgangsformen zu überzeugen. Wenn auch alles andere als avangardistisch konzeptioniert, so offenbart der Artega GT in seiner Zusammensetzung ...
(bei einem englishcne Fahrzeiug würde man jetzt wieder an ein Kit Car denken)
... doch ein Stück Genialität. Ein leichtes Alu-Chassis, eine schnittige Kunststoff-Karosserie und Großserientechnik aus dem VW-Konzern sind attaktiv und unverwechselbar zusammengefügt. Die Alleinstellungsmerkmale des Artega GT sind damit unübersichtlich. Dass dies nicht auch hinsichtlich einiger Schwachpunkte gilt, ist betrüblich, aber technisch nicht zementiert.
Ich hätte hier vielleicht eine andere Formulierung gewählt: Die Alleinstellungsmerkmale des Artega GT sind eher sehr übersichtlich.

Dies schreit förmlich nach weiteren Veränderungen, das Sportfahrwerk zeigt die mögliche Richtung: mehr Sportlicheit und weniger Schnick-Schnack im Innenraum und ein Preis deutlich unter 90,000 EUR, schon hätten wir einen Sportwagen, der seine Käufer finden würde.

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von thomask » Fr 19. Nov 2010, 10:34

Super Test der Supertest! Danke für die Info, Patrick.

Den Blödsinn von ajzahn mit seinen 20km Fahrerfahrung mit dem Artega kann ich echt nicht mehr ertragen. Der Wagen liegt bei 270 km/h stabil, wenn man sich auf die vor allem um die Neutralstellung sehr leichtgängige Lenkung eingestellt hat. In Verbindung mit den zu weichen Flanken der Michelin-Bereifung neigt der Durchschnittsfahrer mit der üblichen Armhaltung bei jeder kleinen Bewegung zu einem Aufschaukeln durch das Eigengewicht der Arme, weil die Lenkung dem nichts entgegensetzt. Mein Tipp: die Oberarme steif, die Unterarme aber locker halten, das Lenkrad feinfühlig wie einen Joystick benutzen und der Wagen hält bei Höchstgeschwindigkeit Kurs wie eine Eisenbahn. Da braucht man nicht mal die schwache Bereifung zu wechseln. Mein persönlicher Spitzenwert liegt laut Tacho bei > 300km/h, ohne dass der Wagen zu leicht wird. Die Aerodynamik würde also auch noch eine höhere Motorisierung zulassen.

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von Patrick » Fr 19. Nov 2010, 15:47

@Thomas: Den von dir beschriebenen Effekte habe ich auch so erlebt. Aufgrund der Nasshandlingeigenschaften, der Verfügbarkeit und dem von den ersten Testfahrern gemeldete hohe Verschleiß ist der ForceContact wohl immer noch nicht der perfekte Reifen.

Bei den Sitzen handelt es sich übrigens um Recaro Pole Position, welche Artega auf Wunsch als "Kundendienst-Lösung" einbaut, aber nicht als Option bei Neufahrzeugen verfügbar sind. Der Vorteil bei den Sitzen ist wohl der nochmals erhöhte Seitenhalt, sowie die (laut Test) niedrigere Sitzposition. Fehlen nur noch 4- oder besser 6-Punkt Gurte, um den ambitionierten Sportfahrer glücklich zu machen ;)

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von artega gt » Sa 20. Nov 2010, 15:50

Es ist immer wieder erstaunlich, was da ajzahn für Fantasien entwickelt. Gerne würde ich mal wissen, ob er mit seinem Artega jemals über 200 km/h gefahren ist, bei total 20 zurückgelegten Kilometern..........
Nun, man kann sich so auch qualifizieren. Aber auch ihm soll es zustehen nach dem Spruch "die Gedanken sind frei" leben zu dürfen!

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von artega gt » Sa 20. Nov 2010, 15:55

Übriges thomask, die weichen Flanken bei den Michelins haben auch Vorteile. Wenigstens ich empfinde es positiv, wenn in Kurven etwas "querspiel" vorhanden ist. Auf der Autobahn ist das eher gewöhnungsbedürftig, aber auf Überlandstrassen macht es das Kurvenverhalten ganz interessant und bei minimen Wellen irgendwie angenehm.
Gibt es bereits ein Argeabesitzer der ein anderes Fabrikat als die Michelins aufgezogen hat? Würde mich interessieren was die Aussagen dazu sind.

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von thomask » So 21. Nov 2010, 20:10

Im letzten Jahr lautete die Empfehlung meiner Erinnerung nach, auf Pirellis zu wechseln, wenn der mangelnde Seitenhalt zu sehr störte. Damit sollen die Schwänzelbewegungen bei Störungen komplett weg sein, ohne dass der Fahrer sich irgendwie darauf einstellen müsste. Die bieten aber wiederum weniger Grip und schlechtere Beschleunigungswerte. Artega hatte mir angeboten, sie mal auf einer Proberunde zu fahren, aber ich bin nie dazu gekommen.

Ob der geringere Seitenhalt der Michelins in Kurven einen Vorteil bietet, kann ich nicht klar erfühlen. Probleme spüre ich bei scharfen Kurven jedenfalls keine.

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von artega gt » So 21. Nov 2010, 20:30

Meinem Gefühl nach ist das ja nur das Flankenspiel, dass bei den Michelins deutlich stärker vorhanden ist. Insofern ist dies bei Überlandstrassen nach meinem Empfinden ganz angenehm und hat ja eigentlich nichts mit der wirklichen Haftung der Reifenfläche zu tun. Ein Kollege von mir hat auf seinem GT3 (Porsche) die selbe Feststellung gemacht. Als Alternative hatte er einmal einen Satz Brigestone montiert, bei denen er aber bald diese Flankenbeweglichkeit vermisst hatte. Somit war er dann wieder auf den Michelin zurückgekehrt. Ich denke aber, dass das ein persönliches Empfinden ist und ein rein subjektiver Beurteilungspunkt.
Wieviele Kilometer hast Du bereits mit Deinem Artega gemacht? Immer noch den ersten Reifensatz drauf?

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von thomask » Mo 22. Nov 2010, 13:49

artega gt hat geschrieben:Meinem Gefühl nach ist das ja nur das Flankenspiel, dass bei den Michelins deutlich stärker vorhanden ist. Insofern ist dies bei Überlandstrassen nach meinem Empfinden ganz angenehm und hat ja eigentlich nichts mit der wirklichen Haftung der Reifenfläche zu tun. Ein Kollege von mir hat auf seinem GT3 (Porsche) die selbe Feststellung gemacht. Als Alternative hatte er einmal einen Satz Brigestone montiert, bei denen er aber bald diese Flankenbeweglichkeit vermisst hatte. Somit war er dann wieder auf den Michelin zurückgekehrt. Ich denke aber, dass das ein persönliches Empfinden ist und ein rein subjektiver Beurteilungspunkt.
Wieviele Kilometer hast Du bereits mit Deinem Artega gemacht? Immer noch den ersten Reifensatz drauf?
Ich habe jetzt rund 25.000 km weg (genaue Zahl ist leider nicht mehr feststellbar, da in den ersten Monaten 2009 die Tachomechanik noch zu wackelig war) und noch den ersten Satz drauf. Da ich nur auf Autobahnen schnell fahre und ansonsten sehr gesittet, sollten die Reifen auch noch eine Weile halten. Mittlerweile bin ich mit dem Material sehr zufrieden und kann deinen Kollegen verstehen. Trotzdem überlege ich die Umrüstung aufs neue Sportfahrwerk :D

Von Artega wurde schon gesagt, dass nur mit den 305er Michelin diese Seitwärtsunruhe eintritt, bei den 295er soll das nicht der Fall sein. Auch sollen andere Autohersteller ähnliche Probleme mit dem 305er haben.

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Re: Artega GT Sport Auto Supertest

Beitrag von artega gt » Mo 22. Nov 2010, 18:02

Nun, ich denke dass das je nach Anspruch des Fahrers ja nur auf der Autobahn stören kann. Auf Überlandstrassen empfinde ich dieses Verhalten sogar eher als angenehm.
Allenfalls gibt es ja bereits einen Artegafahrer, der mal ein anderes Fabrikat bei den Reifen aufgezogen hat..... Wäre interessant eine Rückmeldung zu erhalten.

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