Artega GT Sport Auto Supertest

Kon­zep­tio­nell bringt der neue deut­sche Sport­wa­gen Arte­ga GT alles mit, was die Sport­wa­gen-Zukunft ver­langt: einen leis­tungs­fä­hi­gen Sta­te-of-the-Art-Antrieb aus der Groß­se­rie, kom­pak­te Aus­ma­ße, schnit­ti­ges Design und – vor allem – Leicht­bau­ge­ne.” So beginnt er — der lang erwar­te­te Super­test der Zeit­schrift Sport Auto des Arte­ga GT.

Der Super­test ist im deutsch­spra­chi­gen Auto­mo­bil­jour­na­lis­mus eine fes­te Insti­tu­ti­on — er ist für Sport­wa­gen das, was der bekann­te Dau­er­test der Auto Bild für All­tags-PKW ist. Des­halb rich­ten sich nun alle Augen auf den Test des Arte­ga GT. Um das Wich­tigs­te vor­weg zu neh­men: 8.13 min! Ken­ner wis­sen nun schon, was gemeint ist — die Run­den­zeit auf der legen­dä­ren Nür­burg­ring Nord­schlei­fe. Eine klei­ne Sen­sa­ti­on für die noch jun­ge Auto­mar­ke aus Ost­west­fa­len. Der mit Sport­rei­fen neu­es­ter Spe­zi­fi­ka­ti­on besohl­te Arte­ga ist damit auf Augen­hö­he mit rein­ras­si­gen Sport­wa­gen wie einer Dodge Viper SRT-10 und liegt noch vor dem Por­sche Cayman S oder auch dem Hub­raum­mons­ter aus Stutt­gart — dem Mer­ce­des SL65 AMG.

Die zwei­te wich­ti­ge Renn­stre­cke bei einem Super­test ist der klei­ne Hocken­heim­ring. Hier darf gestaunt wer­den, schließ­lich fährt sich der Arte­ga GT mit einer glat­ten 1.13 min auf das Niveau eines Fer­ra­ri F430, Por­sche 911 Car­re­ra S und Mer­ce­des SLR McLa­ren! Die Sport­rei­fen vom Typ Con­ti Force­Con­tact haben natür­lich einen gro­ßen Ein­fluss auf das attes­tier­te neu­tra­le Fahr­ver­hal­ten bei gleich­zei­tig höchs­ter Agi­li­tät. Abstri­che muss mit die­ser Berei­fung aller­dings auf nas­ser und gleich­zei­tig kal­ter Fahr­bahn gemacht wer­den. Die Nass­hand­ling-Wer­tung wird mit ledig­lich einem Punkt in der Wer­tung abge­schlos­sen.

Ins­ge­samt hin­ter­lässt der Arte­ga einen sehr guten Ein­druck und gibt einen Ein­stand, wie er bis auf das Nass­hand­ling kaum hät­te bes­ser aus­fal­len kön­nen. So lobt Chef­re­dak­teur von Saur­ma in sei­nem Fazit die zwei Sei­ten der Medail­le, wel­cher ein Arte­ga GT bie­tet: Auf der einen Sei­ten impo­niert er mit sei­nen Mess­wer­ten, mit wel­chem er den Respekt der Sport­fah­rer-Sze­ne sicher hat, auf der ande­ren Sei­te glänzt er mit All­tags­taug­lich­keit. Der kom­plet­te Super­test kann unter die­sem Link nach­ge­le­sen wer­den.

Quel­le: Sport Auto

Artega GT — Fahrbericht 2010

Seit der ers­ten Vor­stel­lung im Jahr 2007 ist viel Zeit ver­gan­gen. Der Arte­ga GT sieht optisch noch tau­frisch aus und die Macher ver­spre­chen, dass er nun auch die Qua­li­täts­an­for­de­run­gen erfüllt. Grund genug für Artega-GT.de ein Fahr­zeug des aktu­el­len Fer­ti­gungs­stan­des auf die Pro­be zu stel­len.

Immer im Fokus: Ein Artega GT erzeugt Aufsehen!
Immer im Fokus: Ein Arte­ga GT erzeugt Auf­se­hen!

Da ist es wie­der — es faucht zunächst böse, dann wum­mert es mit viel Bass fried­voll vor sich hin. So könn­te man die typi­sche Start­se­quenz eines Arte­ga GT akus­tisch beschrei­ben. Der bekann­te 3,6l V6 ist immer noch das Herz­stück des Arte­ga GT und ist unter ande­rem für die Musik ver­ant­wort­lich. Er kann aber mehr als dies: Inner­halb von 4,8 Sekun­den soll der Direkt­ein­sprit­zer die ledig­lich 1,18 Meter hohe Flun­der aus dem Stand auf Tem­po 100 sprin­ten las­sen. Dies ist aber auch ein Ver­dienst des extra für den Arte­ga GT abge­stimm­ten Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­bes (DSG), wel­ches zuver­läs­sig und blitz­schnell sei­ne Auf­ga­be ver­rich­tet. Man kann dabei wäh­len ent­we­der bequem im Auto­ma­tik­mo­dus zu fah­ren oder selbst die Gang­wech­sel in der manu­el­len Gas­se oder mit den Schalt­pad­deln am Lenk­rad zu initi­ie­ren. Tat­säch­lich har­mo­niert das DSG aus­ge­zeich­net in die­sem kom­pak­ten und leich­ten (1250 kg Leer­ge­wicht) Sport­wa­gen.

Ob Rennstrecke oder Boulevard: Der Artega fühlt sich überall heimisch.
Ob Renn­stre­cke oder Bou­le­vard: Der Arte­ga fühlt sich über­all hei­misch.

Auch die rest­li­chen Funk­tio­nen des aktu­el­len Arte­gas kön­nen nun mit dem Wort “zuver­läs­sig” beschrie­ben wer­den. Das feu­er­ro­te Test­fahr­zeug ver­füg­te unter ande­rem über die neu­es­te Tachoein­heit, wel­che leicht an den getrenn­ten Wel­len für Dreh­zahl und Geschwin­dig­keit zu erken­nen ist. Hier­mit geht zwar ein Mar­ken­zei­chen des Arte­gas ver­lo­ren — Zei­ger von Dreh­zahl­mes­ser und Tacho auf einer Wel­le – auf der ande­ren Sei­te kann jedoch auf erprob­te und bewähr­te Tech­nik zurück­ge­grif­fen wer­den. Auch die Front­hau­be, wel­che in ihrer frü­hes­ten Ver­si­on durch extre­me Ver­for­mun­gen nahe der Höchst­ge­schwin­dig­keit für Auf­se­hen gesorgt hat­te, wur­de schon vor lan­ger Zeit ver­stärkt und kon­tu­riert. Im aktu­el­len Modell besteht die­se Hau­be nicht mehr aus dem typi­schen Kunst­stoff Poly­ure­than, wie der Rest der Arte­ga-Karos­se­rie. Statt­des­sen wird nun zur Gewichts­re­duk­ti­on bei gleich­zei­ti­ger Sta­bi­li­täts­ver­bes­se­rung eine Hau­be aus Car­bon mon­tiert. Von außen ist die­se gewohnt lackiert, sodass kein Unter­schied zur übri­gen Karos­se­rie auf­fällt, von unten ist sie jedoch in hoch­wer­tigs­ter Sicht­car­bonaus­füh­rung gefer­tigt, sodass man die per­fek­te Webung der Fasern sehen kann. Es bleibt span­nend, was Arte­ga als nächs­tes aus die­sem High­tech-Mate­ri­al anbie­ten wird.

Mit aktivierter Launch Control beschleunigt der GT optimal an der Schlupfgrenze.
Mit akti­vier­ter Launch Con­trol beschleu­nigt der GT opti­mal an der Schlupf­gren­ze.

Fahr­dy­na­mik war schon immer die Tugend des Arte­gas. Trotz Gewichts­zu­nah­me auf 1250kg (Leer­ge­wicht) wäh­rend der Ent­wick­lungs­zeit, ist der klei­ne Zwei­sit­zer aktu­ell immer noch eines der leich­tes­ten Auto­mo­bi­le mit V6-Motor auf dem deut­schen Markt. Kur­vi­ge Land­stra­ßen sind dabei wohl das per­fek­te Jagd­ge­biet des Arte­ga GT. Der Saug­mo­tor hängt natur­ge­mäß gut am Gas, die kom­pak­ten Abmes­sun­gen kön­nen gut abge­schätzt wer­den, was wich­tig ist, um eine gute Linie fah­ren zu kön­nen. Ein­zig die Außen­spie­gel, wel­che durch eine EU-Vor­schrift gewal­ti­ge Dimen­sio­nen ange­nom­men haben, stö­ren die Sicht schräg nach vor­ne. Die am Test­fahr­zeug mon­tier­ten optio­na­len Schmie­de­rä­der mit gewal­ti­gen 305 mm brei­ten Sport­rei­fen auf der Hin­ter­ach­se ver­hel­fen beim Kur­ven­räu­bern zu guter Trak­ti­on. Soll­te man den­noch ein­mal eine Kur­ve zu opti­mis­tisch anfah­ren, greift das nun seri­en­mä­ßig akti­vier­te ESP ein und ver­hin­dert ein Aus­bre­chen des Hecks wir­kungs­voll. Auch auf der Auto­bahn macht der Arte­ga GT eine gute Figur. Da er unge­fes­selt bis zur ein­ge­tra­ge­nen Höchst­ge­schwin­dig­keit von 271 km/h stür­men darf, hängt er vie­le stär­ke­re, aber auf 250 km/h gedros­sel­te Limou­si­nen ab. Das Fahr­ver­hal­ten wirkt jedoch nahe der Höchst­ge­schwin­dig­keit ner­vös, auf unebe­ner Fahr­bahn muss der Fah­rer kon­zen­triert agie­ren. Hier könn­te der Grund im recht kur­zen Rad­stand lie­gen. Nichts­des­to­trotz arbei­ten die Brem­sen aus dem Hau­se Brem­bo auch bei die­sen Tem­pi aus­ge­zeich­net. Der Wagen liegt bei einer har­ten Brem­sung sehr gut in der Spur, die Ver­zö­ge­rung ist nahe­zu kon­kur­renz­los gut. Dies schafft Sicher­heit und Ver­trau­en in den neu­en deut­schen Sport­wa­gen – dem Arte­ga GT.

Auf der Kos­ten­sei­te hin­ter­lässt der Arte­ga GT einen zwie­späl­ti­gen Ein­druck. Der Ein­stiegs­preis ist mit 79.950€ für einen klei­nen Sport­wa­gen mit 300 PS kein Schnäpp­chen. Auf der ande­ren Sei­te ist die Seri­en­aus­stat­tung mit DSG-Getrie­be, Xenon, Teil­le­der und Navi­ga­ti­on sehr umfang­reich. Auch die rela­tiv weni­gen optio­na­len Extras sind im Ver­gleich zu andern Auto­mo­bil­her­stel­lern nicht teu­er, sodass es ver­wun­dern soll­te jemals einen Arte­ga in Grund­aus­stat­tung zu Gesicht zu bekom­men. Der  Test­ver­brauch pen­del­te sich bei ca. 12 Liter auf 100 km ein, wohl­ge­merkt mit Hoch­ge­schwin­dig­keits­fahr­ten und Beschleu­ni­gungs­tests, sodass man im All­tag von einem leicht gerin­ge­ren – auf der Renn­stre­cke von einem höhe­ren Ver­brauch aus­ge­hen kann. Da der moder­ne Direkt­ein­sprit­zer die Abgas­norm Euro 5 erfüllt, ist ein Neu­fahr­zeug 12 Mona­te von der Kraft­fahr­zeug­steu­er befreit.

Der Grundpreis für den kompakten Sportler beträgt 79.950€.
Der Grund­preis für den kom­pak­ten Sport­ler beträgt 79.950€.

Fazit
Rom wur­de nicht an einem Tag erschaf­fen und so braucht auch eine kom­ple­xe tech­ni­sche Ent­wick­lung wie der Arte­ga GT eine gewis­se Zeit bis alle Kom­po­nen­ten wie gewünscht zusam­men­ar­bei­ten. Indem die seit Ende 2009 ein­ge­setz­te Füh­rungs­mann­schaft sich dut­zen­den von klei­nen und gro­ßen Kin­der­krank­hei­ten ange­nom­men hat, hat der über­ar­bei­te­te Arte­ga GT eine hohe tech­ni­sche Rei­fe erlangt. Man kann nun mit Fug und Recht behaup­ten, dass nun wirk­lich er ersehn­te Alles­kön­ner gewor­den ist. Er ist zuver­läs­sig, sport­lich und prak­tisch zugleich. Es steht außer Fra­ge, dass es für jede die­ser Eigen­schaf­ten eine Refe­renz auf dem Auto­mo­bil­markt gibt, aber es wird schwie­rig ein ähn­lich exklu­si­ves Fahr­zeug zu fin­den, wel­ches man pro­blem­los zum Ein­kau­fen nut­zen kann und dar­auf­hin auf der Renn­stre­cke bei ein paar schnel­len Run­den Spaß zu haben. Man soll­te nur nicht ver­ges­sen den Ein­kauf zwi­schen­zeit­lich aus­zu­la­den 😉

Das Design von Henrik Fisker wirkt aus jeder Perspektive beeindruckend.
Das Design von Hen­rik Fis­ker wirkt aus jeder Per­spek­ti­ve beein­dru­ckend.

Wei­te­re Bil­der fin­den sich in der Artega-GT.de Gale­rie.

Text: Patrick W.
Bil­der:Mat­thi­as Kierse